Amal, Berlin!

Amal, Berlin! und Amal,Hamburg! sind mobile Nachrichtenplattformen, die auf Arabisch und Farsi/Dari aus Berlin, Hamburg und Deutschland berichten. 

Redaktion
Die Amal-Redaktionen machen Lokaljournalismus aus Arabisch und Dari/Farsi. Sie informieren in Berlin und Hamburg täglich um 11 Uhr darüber, was in der Stadt los ist. Das Wichtigste vom Tage wird ergänzt durch Reportagen, Interviews und Kommentare. Journalisten und Journalistinnen aus Syrien, Afghanistan, Iran und Ägypten betreiben diese mobile Nachrichtenplattform als eine lokale Tageszeitung für das Smartphone. Amal ist ein Projekt der Evangelischen Journalistenschule.
 
Entstehung
Amal war zunächst eine Idee: Im Herbst 2015 kamen mit den Geflüchteten viele Journalisten und Journalistinnen aus Syrien und auch aus anderen Ländern nach Deutschland. Für sie ist es schwer, Arbeit bei deutschsprachigen Medien zu finden. Zugleich gab es einen Bedarf an verständlicher Berichterstattung für die Neuangekommen, die noch nicht deutsche Zeitungen lesen konnten. Finanziert mit Geldern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) begann im September 2016 an der Evangelischen Journalistenschule in Berlin ein Workshop, in dem die Nachrichtenplattform amalberlin.de entwickelt wurde. Sie ist seit März 2017 online, seit Juni 2017 arbeiten die Redakteure und Redakteurinnen auf halben Stellen oder als Feste Freie. Im April 2019 kam die Lokalredaktion in Hamburg dazu.
 
Themen, die bewegen
Amal, Berlin! ist Lokaljournalismus dicht an den Communities. Die Redaktion ist im engen Austausch mit ihren Lesern und Leserinnen. Die Artikel werden auf Facebook gepostet und dort kommentiert und diskutiert. Dabei geht es auch um die Aufregerthemen unserer Zeit: Familiennachzug, Rassismus und wie Konflikte aus den Heimatländern der Neuangekommenen auch in Deutschland eine Rolle spielen. Amal steht hier für ausgewogenen Journalismus und ermöglicht den Meinungsaustausch über alles, was die Communities in Berlin bewegt.
 
Viele Perspektiven
Amal ist eine sehr gemischte Redaktion. Männer und Frauen aus vielen Ländern, Religionen, politischen Überzeugungen und Persönlichkeiten arbeiten zusammen. Darauf sind wir stolz.  Amal ist auch ein sprachliches Experiment, besonders in der Farsi/Dari-Redaktion, wo es gilt, eine gemeinsame Sprache zu finden, von der sich sowohl die afghanischen als auch die iranischen Berliner und Berlinerinnen angesprochen fühlen. Gefragt ist zudem Erfindergeist: Wie übersetzt man Gesundheitssenatorin ins Arabische? Was genau ist eine Gebührenabgabeverordnung und wie kann man das so ausdrücken, dass Menschen aus Afghanistan wissen, was gemeint ist?
 
Amal ist zu einer festen Größe der Berliner und Hamburger Medienlandschaft geworden. Behörden, Kulturvereine, Initiativen und Firmen laden die Redaktion ein, weil sie wissen, dass ihre Informationen so zur sonst schwer erreichbaren Zielgruppe gelangen.
 
Amal wächst
Im Januar 2019 begann eine neue Phase. Die EKD und das GEP erklären sich bereit, Amal, Berlin! für weitere drei Jahre zu finanzieren. Mit der Körber-Stiftung, der Schöpflin-Stiftung, der Ecclesia-Versicherung, der EKBO und der Evangelischen Kirche im Rheinland konnten weitere Geldgeber gewonnen werden.
 
Träger und Leitung
Amal ist ein Projekt der Evangelischen Journalistenschule (EJS). Es profitiert von der Unterstützung, der Erfahrung und dem Netzwerk der Schule. Geleitet wird das Projekt von Cornelia Gerlach und Julia Gerlach.

Foto: Benny GolmFoto: Benny Golm